Im Zweifel folgen oder dem Zweifel folgen stehen im Zentrum dieser konzeptionellen Position sowie der Frage womöglich einen Schritt länger zweifeln, komplexer denken und nach Alternativen suchen, als vorschnell in einen Krieg einzutreten, dessen Folgen sich nicht mehr zurücknehmen lassen. Die Betrachter sind eingeladen in ihrer Wartezeit diesen künstlerischen Raum auszuloten, nicht nur Antworten zu konsumieren, sondern eigene Meinung und Haltung tastend auszubilden.


Militärstiefel als Synonym für Marschbefehl, Gehorsam, kollektive Bewegung und die Auslöschung des individuellen Zögerns im Gleichschritt. Begleitet von der Ambivalenz der eigenen Gewissensentscheidung, einem politischen Befehl, der Gruppe und der Angst vor dem Ungewissen.

Als leere Objekte erinnern die Stiefel an Abwesenheit, Kampf, SVerlust und Tod. Sie sind Surrogat, Stellvertreter, für Körper die fehlen, gefallen und verschwunden sind. Gleichwohl fungieren die Stiefel als Projektionsfläche um diese Leerstelle mit eigenen Biographien, Ängsten und Phantasien zu füllen.

Jeder Schritt in den Krieg ist ein Schritt zwischen zwei Polen: dem Mitgehen trotz Zweifel und dem riskanten, oft sanktionierten Folgen des Zweifels. Die zentrale Frage stellt sich Jedem: Wo genau steht der eigene Fuß – im Gehorsam oder im Innehalten – wenn über Gewalt, Krieg und Verantwortung entschieden wird.

Ausstellung April 2025 – April 2026

